Tooling-System

Formenbau mit Toolingsystem

Bei der herkömmlichen Herstellung waren bisher, anders als beim Tooling-System, viele Wartezeiten notwendig, um Schrumpf und vorzeitige Ablösungen zu vermeiden. Nach jeweils zwei Lagen mußten Trocknungsphasen eingehalten werden, um den Schrumpf zu begrenzen. Mit dem BÜFA-Tooling-System werden viele Arbeitsschritte optimiert und zusätzlich durch die Verwendung eines speziellen Laminiersystems Zeit eingespart.

Die Gelcoatapplikation mit BÜFA®-VE-Tooling-Gelcoat des mit Trennmittel vorbehandelten Urmodells unterscheidet sich nicht von der gewohnten Arbeitsweise. Bei der Spritzvariante BÜFA®-VE-Tooling-Gelcoat- S sollte mit drei Schichten von jeweils 200 my und einem Ablüften von einigen Minuten zwischen den Gängen gearbeitet werden, um die Entlüftung zu gewährleisten. Bei der Handqualität BÜFA®-VE-Tooling-Gelcoat- H sollte der Auftrag zweischichtig mit jeweils 400 my und mit Zwischenhärtung von 2 Std bei 20°C zur Vermeidung von Unterhärtung oder Ablösung erfolgen.

In beiden Fällen lässt man dem Gelcoat danach Zeit bis zur Aushärtung ( quietschige Oberfläche, wie frischer Lack, in der Regel 2 Std bei 20°C ). Die erste Lage wird mit einem hochwertigen VE-Harz z.B. Vinylesterharz Büfa®-Resin VE 0044 HLU in Form einer harzreichen Schicht mit Glasvlies 26 gr/m² ausgeführt mit anschließender Härtung bis zum nächsten Tag, um Abdrücke von Glasfäden in der Gelcoatschicht zu verhindern. Nach dem Angelieren werden 5-6 Lagen 300 g/m² pulvergebundene Glasfasermatte mit BÜFA®- Resin UP 1974 Tooling nass in nass aufgebracht, um eine Reaktionswärme von 60 °C zu erreichen und dadurch nahezu Schrumpffreiheit zu bekommen.

Dieser Prozess wird durch Farbumschlag von Braun auf Weiß beim Laminat dokumentiert. Ohne diesen Farbumschlag reagiert das Toolingharz mit Schrumpf. Die erstellte Schicht wird nun getempert (3-4 Std 70°C) und nach dem Abkühlen grob angeschliffen. Jetzt werden nochmals 4 Lagen 450 g/m² pulvergebundenes Textilglas nass in nass mit BÜFA®- Resin UP 1974 Tooling auflaminiert. Zum Abschluss wird die Form zusammen mit dem Urmodell für 8 Std. bei 70°C getempert.

Vor dem Entformen werden, falls aufgrund der Formengröße notwendig, Verstärkungen mit großflächiger, weicher Auflagefläche (z.B. PU Schaumklötze) aufgeklebt. Nach dem Entformen wird die Form mit Polierpaste BF50, BF100, BF150 poliert und mit z.B.Honeywachs für den ersten Abzug vorbereitet.

 

Tipps und Tricks für den Fachmann

Benötigte Materialien Urmodell

BÜFA VE-Tooling-Gelcoat in Spritz- oder Handqualität ,
BÜFA-Tooling-Resin ,
Härter Curox M-312,
Glasfasermatten in 150g/m² 15tex ),
300g/m² max 20tex , 450g/m² max 45tex ,
optional Atlac 580 ACT
und ein Glas-Vlies 26g/m² ,
Trennmittel SPC Honey Wax
oder Oldopal-Trennpaste
und Oldopal-Trennlack grün,
BÜFA-Klebeharze 0072 und 0181
Schleif- und Poliermittel aus der BÜFA BF-Reihe.

Hilfreiche Werkzeuge

Pinsel, BÜFAtec Polycon Spritzpistole
mit Düse 7 oder eine BÜFAtec Gelcoatspritzanlage
wie zum Beispiel ES1  oder UNISON,
Laminier- und Entlüftungsrollen

Anleitung

Formbau Glasfasermatte

Nach dem Eintrennen des Urmodells wird das Formenbau-Gelcoat aufgebracht. Wird die spritzfähige Variante benutzt, bitte in 3 Schichten zu je 200μm Schichstärke auf
tragen. Zwischen den einzelnen Schichten 3-5 Min warten. Dies ist notwendig, um der Luft ausreichend Möglichkeit zum Entweichen zu geben.

Nach der Härtung (Quietschtest) wird eine Lage Laminat mit 150g/m² spinngeteilter Matte zusammen mit dem Atlac 580 ACT aufgebracht.

Für schwierige Ecken und Sicken kann man das BÜFA Klebeharz 0181 (Art.-Nr. 740-0181) mit einem Pinsel aufstreichen. Dies vermeidet Lufteinschlüsse beim Laminieren.
Nach einer Zwischenhärtung werden dann in einem Durchgang 5-6 Lagen Glasfasermatte (300g/m²) mit dem BÜFA-Tooling-Harz aufgebracht. Dies muss nass in nass
geschehen um die notwendige Härtungstemperatur von 60°C im Laminat zu erreichen. Wird diese nicht erreicht, ist es kein schrumpfarmes System und verhält sich wie ein
normales Harz!

Die Kontrolle ist dabei einfach: Während der Härtung wechselt die Farbe von hellbraun zu weiß. Ist das nicht erfolgt, war die Schichtstärke nicht ausreichend. Nach einer weiteren Zwischenhärtung wird die Oberfläche angeschliffen und erneut 4-5 Lagen Matte (450g/m² wird empfohlen) aufgebracht. Nach der Härtung wird
Tempern empfohlen. Dazu wird die Form mit dem Urmodell bei 70°C für 8 Stunden nachgehärtet.

Formenbau Tooling Gelcoat

Nach dem Abkühlen kann die neue Form entformt werden. Um einen Metallrahmen zu montieren sollten zuerst an den Auflagestellen Klötzchen aus Balsaholz oder Schaum aufgeklebt werden. Am Besten geeignet ist hier der BÜFA Sandwichkleber 0072. Durch dieses Vorgehen vermeidet man ein Abzeichnen des Metallrahmens aufgrund unterschiedlicher Wärmeausdehnung. Nun kann die Form auf den gewünschten Glanzgrad gebracht werden und dann eingetrennt werden.

Für die Erstentformung ist ein zusätzlicher Einsatz von BÜFA-Trennlack empfehlenswert.

Anmerkungen

Um eine möglichst hochwertige Oberfläche zu erzeugen, empfehlen wir die Verwendung von einem 26 gr. Vlies zusammen mit Atlac 580 ACT. Nach dem Aufbringen lässt man diese Schicht für etwa 8 Stunden härten.

Formenbau Klebeharz

Danach fährt man wie oben beschrieben fort.

Die oben erwähnte erste Lage Laminat mit Atlac 580 ACT verhindert bei komplizierten und/oder großen Formen ein vorzeitiges Ablösen der Gelcoatschicht vom Untergrund.

Autor: Thorsten Reski Fotos: Copyright BÜFA Composite Systems.

 

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