Betonbecken beschichten

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Betonbecken beschichten

Beschichtungen von Schwimmbecken mit GFK

TECHNISCHE INFORMATION

Allgemeines

[dropcap]D[/dropcap]ie Beschichtung eines alten Schwimmbeckens kann dieses im übertragenen Sinn wieder mit neuem Leben füllen. Durch eine neue, ansehnliche und wasserdichte Oberfläche aus eingefärbtem GFK, hergestellt aus hochwertigen Harzen und hochwertigen Glasfasern, wird es wieder zum Mittelpunkt der Freizeitgestaltung.

Die Qualität einer Schwimmbadbeschichtung bzw. Poolbeschichtung hängt im Wesentlichen von der handwerklichen Sorgfalt des Verarbeiters sowie von den Verarbeitungsbedingungen ab. Die größten Herausforderungen liegen in der korrekten Härtung, gerade bei großen Objekten, sowie in der richtigen Dosierung und Verarbeitung der Komponenten. Zudem müssen Witterungseinflüsse, sowie gegebenenfalls Vorschäden durch Reinigungsmethoden oder Wasserpflegemittel der Betreiber berücksichtigt werden.

Werden alle Verarbeitungsbedingungen und Parameter eingehalten, kann man von einer langen Lebensdauer der Beschichtung ausgehen. Diese technische Information soll dazu dienen, dem Verarbeiter die Materialien, sowie die Verarbeitungsbedingungen nach dem heutigen Stand der Technik näherzubringen.

Besonderes Augenmerk haben wir auch den gestiegenen technischen Anforderungen gewidmet. Der Einsatz von Solaranlagen erhöht sowohl die Wassertemperatur als auch die jährliche Einsatzzeit des Schwimmbeckens, so dass die Chemikalien zur Wasserbehandlung deutlich länger und intensiver auf die Oberfläche einwirken können. Durch die erhöhte Temperatur erhöht sich zudem die Wahrscheinlichkeit für Schäden durch Wasserdiffusion, allgemein bekannt auch als Osmose.

An dieser Stelle möchten wir auch noch darauf hinweisen, dass bei der Beschichtung von größeren Objekten die unterschiedlichen Wärmeausdehnungen der Beschichtung und des Untergrundes zu beachten sind. Bei gefüllten Becken spielen diese keine große Rolle, da das Wasser die Schwankungen minimiert, aber ein warmer, sonniger Frühlingstag kann die Oberfläche eines ungefüllten Beckens schnell auf mehr als 60 – 70 °C erwärmen, was zu Aufwölbungen und schlimmstenfalls zu Rissen führen kann.

 

Betonbecken beschichten

Betonbecken beschichten mit GFK

Beschichtung von Betonbecken

Bei der Beschichtung von Beton muss darauf geachtet werden, dass dieser nicht mit wasserabstoßenden Zusatzmitteln hergestellt worden ist (z. B. WU – Beton). Nachbehandlungsmittel dürfen ebenfalls nicht aufgebracht werden. Eine Restfeuchte von 3 % sollte nicht überschritten werden. Die Betonoberfläche soll möglichst eben, griffig, hart und frei von Graten und Nestern sein. Sie darf keine blättrigen und mürben Schichten aufweisen. Verunreinigungen sind auszustemmen oder durch eine chemische Behandlung zu beseitigen. Anschließend ist die Oberfläche durch Sandstrahlen aufzurauhen.

Durch diese Maßnahme wird eine feine Schlempeschicht, die sich auf fast jeder Betonbecken-oberfläche befindet, entfernt. Gemauerte und anschließend verputzte Schwimmbecken bedürfen keiner Vorbereitung. Eine Ausnahme hiervon stellen Dämmputz oder andere vergütete Putzsorten dar. Stellen Sie bitte sicher, dass kein drückendes Grundwasser auf der anderen Seite des Betons steht. Hierdurch kann die Beschichtung beschädigt werden.

Beschichtung von Becken mit anderen Oberflächen

Geflieste Becken sind nur schwer zu beschichten, da die Beschichtung nicht auf der Fliesenoberfläche haftet. Im Zweifelsfall ist hier entweder eine konstruktive Lösung („Wanne in Wanne“) oder die komplette Entfernung der Fliesen zu wählen.

Becken aus Edelstahl sind ebenfalls nicht dauerhaft zu beschichten, da die Beschichtung hier ebenfalls nicht haftet. Hier ist immer eine konstruktive Lösung vonnöten. Soll das Becken bei erhöhter Temperatur betrieben werden, muss außerdem noch berücksichtigt werden, dass Wasserdampf nicht wie bei Betonbecken in die Wandung diffundieren kann, sondern sich zwischen GFK und Edelstahl sammelt und dadurch nicht nur zur Osmose, sondern sogar zur kompletten Ablösung der Beschichtung führen kann. Hier muss sogar eine Möglichkeit der Hinterlüftung der Beschichtung geschaffen werden.

Schwimmbecken und Poolbeschichtungen aus GFK müssen bei einer neu aufzutragenden Beschichtung bis auf die erste, faserhaltige Lage abgeschliffen werden, um einen optimalen Verbund zu gewährleisten. GFK – Becken mit Osmoseschäden müssen bis auf das gesunde Laminat abgeschliffen werden.

Beschichtung von Becken mit Vorschäden

Besondere Vorsicht müssen Sie bei der Beschichtung von Becken walten lassen, die Vorschäden aufweisen. Auf keinen Fall darf nur einfach eine Beschichtung aufgetragen werden, um die Schäden zu verdecken. Die Schäden und deren Ursachen sind vor einer Neubeschichtung zu beseitigen!

Grundierung von Betonbecken

Um bei Betonbecken eine gute Haftung der Beschichtung zur Betonoberfläche zu erreichen, wird eine Grundierung nach folgender Rezeptur aufgetragen:

100 Gew.-TI. OLDOPAL-UP-Harz L 424 T
3 Gew.-TI. BP-50-FT1
2 Gew.-TI. BÜFA®-Accelerator DMA 10
Gelierzeit bei 20 °C ca. 30 bis 40 min.

Bei Bedarf kann die Viskosität durch Zugabe von 5 bis max. 10 % Styrol herabgesetzt werden, um das Eindringverhalten in den Beton zu verbessern.

Die Verarbeitungstemperatur von + 18 °C darf nicht unterschritten werden.
Auftragsmenge ca. 200-300 g/m².

Dieser Vorstrich ist so aufzutragen, dass ein geschlossener, porenfreier Harzfilm entsteht.
Nach dieser Grundierung sind Unebenheiten mit Hilfe von hochwertigen Spachteln oder Klebern auf ISO – NPG – oder Vinylester- Harzbasis zu beseitigen!

Für Becken bis 30 °C Wassertemperatur:

100 Gew.-TI. OLDOPAL-Klebeharz 410
2 Gew.-TI. Curox M-312
Gelierzeit bei 20 °C ca. 25 min.

Für Becken bis 30 °C bis max. 35 °C Wassertemperatur:

100 Gew.-TI. OLDOPAL-Klebeharz 0110
4 Gew.-TI. Curox M-312
Gelierzeit bei 20 °C ca. 30 min.

Vorbereitung von GFK-Oberflächen

Polyesterflächen benötigen keinen Haftgrund. Sie müssen vor der Beschichtung gereinigt, getrocknet, angeschliffen und entstaubt werden.
Die beste Haftung wird hierbei erreicht, wenn der Schliff bis auf die Glasfaser durchgeführt wird. Bei Osmoseschäden muss bis auf das gesunde Laminat geschliffen werden. Schwer zu schleifende Gelcoat-Oberflächen können auch mit Lackfräsen oder Elektrohobeln entfernt werden.
Bei der Entstaubung ist darauf zu achten, dass keine agressiven Medien eingesetzt werden, da diese in das Laminat diffundieren können. Der Einsatz von Styrol hat sich hier bewährt.

Beschichtung

Auf den vorbereiteten Untergrund werden im Handauflegeverfahren 2 Lagen einer pulvergebundenen Glasseidenmatte mit feiner Fadenstruktur (z. B. Art.-Nr. 024-0031 MA 111-225-127/E 225 g/m² Pulver 15 tex ) harzreich und blasenfrei auflaminiert.

System 1

Für Becken mit maximalen Wassertemperaturen bis 35 °C ( Betriebstemperatur max. 33 °C ):

Härtungsrezeptur:

100 Gew.-TI. Atlac MA 6325
2 Gew.-TI. Curox M-312
Gelierzeit bei 20 °C ca. 30 min.
Verarbeitungstemperatur + 18 °C nicht unterschreiten!
Es darf keine Feuchtigkeit vorhanden sein!
Auftragsmenge ca. 0,6 kg/m² je Lage Glasseidenmatte

Nach Aushärtung werden grobe Unebenheiten und aufstehende Glasfasern beigeschliffen.

System 2

Für Becken mit maximalen Wassertemperaturen bis 30 °C ( Betriebstemperatur max. 28 °C ):

Härtungsrezeptur:

100 Gew.-TI. UP-Harz L 424-T
3 Gew.-TI. BP-50-FT1
2 Gew.-TI BÜFA®-Accelerator DMA 10
Gelierzeit bei 20 °C ca. 30 bis 40 min.
Verarbeitungstemperatur + 18 °C nicht unterschreiten
Auftragsmenge ca. 0,6 kg/m² je Lage Glasseidenmatte

Nach Aushärtung werden grobe Unebenheiten und aufstehende Glasfasern beigeschliffen.

Schlussanstrich

System

BÜFA®- Swim Topcoat H in Verbindung mit einem Zwischenanstrich aus BÜFA®-Swim NPG Gelcoat H. Bei diesem System wird zunächst der Zwischenanstrich nach folgender Rezeptur aufgetragen:

100 Gew.-TI. BÜFA®-Swim Gelcoat H
2 Gew.-TI. Curox M-312
Gelierzeit bei 20 °C ca. 12 bis 20 min.
Auftragsmenge ca. 400 g/m²

Verfügbare Einfärbungen:

Artikel-Nr. 753-0823 BÜFA®-Swim NPG Gelcoat H Blau
Artikel-Nr. 753-1309 BÜFA®-Swim NPG Gelcoat H Beige
Artikel-Nr. 753-5520 BÜFA®-Swim NPG Gelcoat H Hellblau N.M.
Artikel-Nr. 753-5530 BÜFA®-Swim NPG Gelcoat H Meerblau
Artikel-Nr. 753-9400 BÜFA®-Swim NPG Gelcoat H Weiß

Nach einer Härtezeit von ca. 5 h wird der BÜFA®-Swim NPG Topcoat V nach folgender Rezeptur
aufgetragen:

100 Gew.-TI. BÜFA®-Swim NPG Topcoat – H
2 Gew.-TI. Curox M-312
Gelierzeit bei 20 °C ca. 12 bis 20 min.
Auftragsmenge ca. 400 g/m²

Verfügbare Einfärbungen:

BÜFA®-Swim NPG Topcoat H Blau
BÜFA®-Swim NPG Topcoat H Beige
BÜFA®-Swim NPG Topcoat H Meerblau
BÜFA®-Swim NPG Topcoat H Weiß

Der Auftrag des Gelcoats sowie des Topcoats wird jeweils mit einer Nylonwalze vorgenommen, wobei besonders auf eine gleichmäßige Schichtstärke von mindestens 400 µm zu achten ist. Zu dünn aufgetragene Schichten führen zu einer Unterhärtung und den damit verbundenen Problemen.
Unzureichende Wasserbeständigkeit, Osmoseschäden und Verfärbungen könnten die Folge sein. Um eine bessere Auftragskontrolle zu ermöglichen, empfehlen wir die Anstriche in zwei leicht unterschiedlichen Farbtönen aufzutragen.

Achtung

BÜFA®-Swim Topcoat V darf nicht bei Temperaturen über 35 °C verarbeitet werden, da oberhalb dieser Temperatur das enthaltene Paraffin nicht ausschwimmt und somit keine klebfreie Aushärtung stattfindet. Gefahr hierfür besteht auch schon bei direkter Sonneneinstrahlung.
Die Cobalthärtung der Gelcoats und Topcoats ist zudem feuchtigkeitsempfindlich, die Verarbeitung unter feuchten Bedingungen, z. B. bei Morgentau, führt zu Unterhärtungen und damit verbundenen Problemen.

 

Nachhärtung

Um eine optimale Wasserbeständigkeit der Beschichtung zu erreichen, ist eine Nachhärtung bei erhöhter Temperatur erforderlich. Die Nachhärtung soll unmittelbar nach Fertigstellung der Beschichtung, jedoch spätestens drei Tage danach, erfolgen. Als Richtwert werden eine Temperatur größer 60 °C und ein Zeitraum von 10 Stunden genannt. Bei geringerer Temperatur ist ein entsprechend längerer Zeitraum nötig. Eine Beckenbefüllung ist bei getemperten Becken frühestens 48 Stunden nach Ende der Temperung möglich.

Eine Nachhärtung kann erfolgen, indem man über das gesamte Becken eine Folie spannt, unter die man mit einem Heißluftgerät die erwärmte Luft mit Hilfe eines Schlauches einbläst. Ist eine Nachhärtung aus bestimmten Gründen nicht möglich, muss die Beschichtung 14 Tage bei mindestens 20 °C nachhärten; erst dann kann eine Beckenbefüllung vorgenommen werden.

Die so gehärteten Beschichtungen ergeben nicht die gleiche Hydrolysebeständigkeit wie solche, die bei erhöhter Temperatur nachgehärtet wurden. Wegen der erhöhten Wasseraufnahme sind Farbtonveränderungen möglich.

 

Schlussbemerkungen

Alternativ zu den oben genannten BÜFA®-Swim NPG-Produkten ist auch der Einsatz eines speziellen, glänzenden Topcoats als Schlussanstrich möglich. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie in der BÜFA-Anwendungstechnik.

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Zur Beachtung:
Die vorgenannten Angaben basieren auf unseren derzeitigen Kenntnissen und Erfahrungen. Sie befreien den Verarbeiter wegen der Fülle möglicher Einflüsse bei Verarbeitung und Anwendung unserer Produkte jedoch nicht von eigenen Prüfungen und Versuchen. Eine rechtlich verbindliche Zusicherung bestimmter Eigenschaften oder der Eignung für einen konkreten Einsatzzweck kann aus diesen Angaben nicht abgeleitet werden. Etwaige Schutzrechte sowie bestehende Gesetze und Bestimmungen sind vom Empfänger bzw. Verarbeiter unserer Produkte in eigener Verantwortung zu beachten. Das entsprechende EU-Sicherheitsdatenblatt in aktueller Version ist ebenfalls zu beachten.

Technische Merkblätter und Informationen finden Sie unter  Datenblätter, Sicherheitsdatenblätter und Anleitungen.

Ausgabe: Mai 2013

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